Faktencheck – Argumente

Der Rohstoff „Altpapier“ für die Papierfabrik in Trebsen wird von Anbietern aus einem Umkreis von ca. 150 bis 200 km um den Standort Trebsen beschafft.

Die polizeilichen Kennzeichen der LKW geben – ebenso wie das Fabrikat der LKW – keinen Hinweis auf den Herkunftsort der Ladung.

Die Papierfabrik Julius Schulte in Trebsen entnimmt heute und in Zukunft kein Grundwasser. Für Produktionszwecke wird ausschließlich das Wasser der Mulde genutzt, das nach Gebrauch gereinigt in die Mulde zurückgeleitet wird. Dies wird auch nach einer Erweiterung so bleiben.

Fazit
Zusätzliche Brunnen für die Papierproduktion: Stimmt nicht!

Die Fabriken, die für diese Annahme immer wieder als Beleg herangezogen werden, unterscheiden sich in zwei Punkten wesentlich von der Planung in Trebsen:

a) In diesen „Vergleichswerken“ werden ganz andere Papierprodukte als in Trebsen hergestellt. Andere Produkte führen aber zu anderen Produktionsanlagen und damit zu anders dimensionierten Gebäuden.

b) Die Planungen in Trebsen sind nicht mit Papierfabriken „auf der grünen Wiese“ zu vergleichen. Bei Produktionsanlagen außerhalb von Ortschaften gelten wesentlich geringere Anforderungen, was Abstandsreglungen, Verschattung oder Lärm-Emissionen angeht. Produktionsanlagen außerhalb von Ortschaften wirken auch deshalb massiver, weil dort nicht in dem Umfang auf vorhandene schutzbedürftige Bebauung Rücksicht zu nehmen ist, wie es am Standort Trebsen erforderlich ist.
Und: Durch die Nutzung bereits vorhandener Betriebsflächen muss keine externe neue Fläche bebaut werden.

Fazit
Optischer Vergleich mit anderen Fabriken: Nur Vergleichbares vergleichen!

Dazu wurde ein zusätzliches Gutachten in Auftrag gegeben. Ausgehend von Verkehrszählungen und Hochrechnungen wird die Leistungsfähigkeit der Kreuzung Industriegebietsstraße/Pauschwitzer Straße bewertet. Dann werden verkehrssichere Lösungen gesucht und umgesetzt.

Fazit
Verkehr: Gefahr für Fußgänger und Kinder – lösbar!

Die angesetzten Verkehrszahlen für das Planungsverfahren enthalten einen Sicherheitspuffer. Dafür wird für jeden LKW eine Leerfahrt angenommen. Das ist aber in der Realität bereits heute nicht so. Im Sinne der Senkung des CO2-Ausstoßes und der innerbetrieblichen Optimierung wird ein immer größer werdender Anteil der LKWs, die beladen zum Werk kommen, dieses auch wieder beladen verlassen. Dennoch bleiben wir bei der Prognose, damit in jedem Fall nicht zu wenige LKW in die Gutachten einfließen.

Die weitere Planung wird aufzeigen, ob und welche Schallschutz-Maßnahmen erforderlich sind und welche Auswirkungen in puncto Lufthygiene zu erwarten sind. Geltende Grenzwerte werden auf jeden Fall eingehalten.

Fazit
Verkehr: Mehr Lärm und steigende Emission – Grenzwerte werden unbedingt eingehalten!

Das Plangebiet ist bereits als Industriegebiet entwickelt und ausgewiesen. Es besteht ein Bebauungsplan, der eine zulässige Versiegelung definiert.

Fazit
Flächenversiegelung: Unzulässige Versiegelung – Stimmt nicht!

Die im Vorentwurf ausgewiesene abgestufte Nutzung soll aufzeigen, dass die Grundcharakteristik des Gebiets erhalten bleibt. Die Gebietsabstufung wurde auch von den Trägern der öffentlichen Belange als gangbarer Weg eingestuft. Es wird dadurch keine höheren Grenzwerte geben. Die Immissionsorte liegen nicht auf dem Gelände der Papierfabrik und bleiben davon unberührt.

Dennoch werden andere Möglichkeiten für die Gestaltung der Anlage in Abhängigkeit von den innerbetrieblichen Prozessabläufen geprüft. Den aktuellen Stand der Planungen zeigt das Bild auf der Startseite. Es gilt, Schallschutz, Baukosten und Effizienz miteinander abzuwägen. Sofern die weitere Planung eine Alternative erkennen lässt, wird diese im Entwurf dargestellt. In jedem Fall ist es sinnvoll, dass der Rohstoffplatz innerhalb des Geländes und durch die neuen Gebäude zur Straße hin abgeschottet platziert werden muss.

Fazit
Mischgebiet erhalten: Planung als Vorwand, Lärmemissionen steigern zu dürfen – Stimmt nicht!

Unsere Planungen und Überlegungen wurden bereits mehrfach dem Stadtrat, dem gewählten Gremium zur Vertretung der Bevölkerung der Stadt, und auch den während der Stadtratssitzungen anwesenden Bürgerinnen und Bürgern vorgestellt. In den kommenden Prüfungs- und Genehmigungsschritten haben die Bürgerinnen und Bürger an mehreren Punkten die Möglichkeit, ihre Hinweise und Einwände vorzutragen. Aktuell werden rund 180 Stellungnahmen zum Vorentwurf für die Bauleitplanung bearbeitet und fließen in die weitere Planung ein.

Darüber hinaus haben wir eine Kommunikationsstrategie verabschiedet. Im Kern steht unser Versprechen, auch unter Pandemiebedingungen aktiv mit Informationen und Dialogangeboten auf die Bürgerinnen und Bürgern zuzugehen.

Fazit
Heimlichkeit und Intransparenz – Stimmt nicht!

Die LKW-Situation ist nicht in unserem Sinn und wird im Zuge einer Werkserweiterung grundsätzlich neu geordnet. Wir sind aber für die Regelung des Verkehrs und die Beschilderung im öffentlichen Straßenraum nicht zuständig und können hier nicht selbst aktiv werden. Dennoch haben wir bereits vier Maßnahmen angestoßen:

+ Wir haben Google angesprochen, damit die Routenführung (NAVI) zum Werk über die Industriegebietsstraße angepasst wird.
+ Wir haben die Stadt Trebsen gebeten, ein eingeschränktes LKW-Verbot für die Bahnhofstraße zu erlassen.
+ Beim Landesamt für Straßenbau und Verkehr haben wir beantragt, die Beschilderung zum Werk über die Industriegebietsstraße zu verbessern. Dieser Antrag wurde leider abgelehnt.
+ Die Nutzung der PKW-Einfahrt „Tor 2“ durch LKWs soll unterbunden werden. Dazu wird in Kürze eine Höhenbegrenzung installiert, die eine LKW-Einfahrt unmöglich macht.

Fazit
LKWs in der Stadt: Julius Schulte Trebsen GmbH & Co.KG sucht gemeinsam mit den zuständigen Behörden nach konkreten Lösungen.

Alle denkbaren Möglichkeiten der Nutzung von Teilen des Altwerkes scheitern an den bestehenden Durchführungsverboten (Überschwemmungsgebiet), den erwarteten Hürden durch den bestehenden Denkmalschutz und die abgesetzte Lage.

Fazit
Nutzung des Altwerkes: Nicht möglich.

Der Papiermarkt befindet sich in ständiger Entwicklung. Größere Papiermaschinen erhöhen die Effizienz und senken die Kosten. Wir müssen diesem Trend begegnen und uns weiterentwickeln.  Nur mit einer Investition in eine zweite, größere Papiermaschine können wir wettbewerbsfähig bleiben und den Standort Trebsen sichern.

Fazit
Nur mit einer zweiten Papiermaschine bleibt der Standort mittelfristig wettbewerbsfähig.

Eine Verlagerung des An- und Abtransportes von der Straße auf die Schiene würde dazu führen, dass eine neue Lärmquelle in weite Teile von Trebsen getragen würde und dort ein deutlich größerer Kreis von Bürgerinnen und Bürgern betroffen wäre.

Außerdem gibt es keine sinnvoll nutzbaren Direktverbindungen Schiene/Schiene von unseren Rohstofflieferanten zu uns und von uns zu unseren Kunden.

Fazit
Schiene statt Straße – Nicht sinnvoll!

Die Papierfabrik Julius Schulte in Trebsen leistet einen wichtigen Beitrag zur Kreislaufwirtschaft, indem sie Altpapier aus der Region zu neuen Verpackungsmitteln recycelt. Verpackungen aus Papier und Pappe (in unserem Falle Rohstoff: Altpapier) leisten wiederum einen wichtigen Beitrag um Kunststoffe (Basis: Rohöl) mehr und mehr zu verdrängen.

Sowohl unsere aktuellen wie die zukünftigen Produktionsanlagen unterliegen den Europäischen Industrieemissionsschutzrichtlinien. Damit einher gehen umfangreiche Genehmigungs- und Prüfungsverfahren, die wir bisher immer vollumfänglich erfüllt haben.

Aktuell werden die benötigte Wärme und der erforderliche Strom komplett selbst erzeugt. Wir stützen das Strom-Außennetz, indem dabei immer auch Strom nach außen gespeist wird, und konnten unseren spezifischen Stromverbrauch mit Hilfe zurückliegender Investitionen um über 10 Prozent gegenüber dem Mittelwert des Benchmarks verbessern. Wir prüfen derzeit den Einsatz von Gabelstaplern mit Elektroantrieb. Der eigentliche Produktionsprozess ist frei von CO2-Emissionen.

Unser Erscheinungsbild wird auch durch das Gelände der ehemaligen Zellstofffabrik geprägt, die neben unserem Betriebsgelände liegt, sich aber nicht in unserem Eigentum befindet. Zudem stehen einige aktuell sichtbare Gebäude unter Denkmalschutz oder konnten aus artenschutzrechtlichen Gründen bisher nicht abgerissen werden.

Im Zuge der Werkserweiterung planen wir eine Neuordnung des Geländes. Die Gebäude, die auf unserem Gelände abgerissen werden sollen, werden bereits seit knapp einem Jahr ökologisch begutachtet. Daraus ergeben sich Ausgleichsmaßnahmen, die wir umsetzen werden (z. B. Brutkästen).

A) Warum hat JST dieses Projekt durchführen lassen?

Die mögliche Werkserweiterung von JST ist eine große Investition, die schon in der Planungsphase erhebliche Mittel erfordert. Deshalb ist es für JST wichtig zu wissen, wie die Meinung, die Erwartungen und Wünsche der Bevölkerung am Standort – nicht nur Einzelner – in Bezug auf das Unternehmen und das Projekt tatsächlich sind. Diese Informationen bilden auch die Grundlage für die projektbegleitenden Informations- und Partizipationsmaßnahmen.

B) „Die Befragten wussten ja gar nicht, worum es geht – sie wurden nicht über das Projekt und seine Nachteile aufgeklärt, bevor sie befragt wurden.“

Es zählt zu den Prinzipien der empirischen Sozialforschung, dass den Befragten nichts „in den Mund gelegt“, sondern sie bei ihrem jeweiligen Wissens- und Meinungsstand zu den Vor- wie Nachteilen des Projekts abgeholt werden sollen. Dass sowohl das Unternehmen als auch die Erweiterungspläne der überwältigenden Mehrheit der Bevölkerung bekannt sind, zeigen die Antworten auf die entsprechende Frage.

C) „Warum wurde die Frage nach der Bedeutung der Industriearbeitsplätze in die Untersuchung aufgenommen?“

Diese Frage gibt Aufschluss über die Meinung, die die Befragten über die Zukunft des Standorts Trebsen haben: liegt sie – zum Beispiel – im touristischen Bereich, im Dienstleistungssektor oder als „Schlafstadt im Grünen“ am Rande von Leipzig? Die Untersuchung gibt zur Meinung der Bevölkerung eine klare Antwort: Industrie ist nicht nur „abstrakt“ und „allgemein“ wichtig, sondern auch in und für Trebsen direkt und unmittelbar.

D) „Warum wurde in das Untersuchungsgebiet auch die Region einbezogen?“

JST ist ein regionaler Industrieleuchtturm mit Bedeutung über die Stadtgrenze von Trebsen hinaus. Außerdem kommt ein bedeutender Teil der Belegschaft aus der Region.

E) „Können 500 Befragte überhaupt ein repräsentatives Ergebnis liefern?“

In der empirischen Sozialforschung gilt „lieber 500 Personen methodisch korrekt als 5.000 methodisch unsauber befragen“. Aus diesem Grund wurde die Befragung von einem ADM-Institut durchgeführt. Die in diesem Verband organisierten Institute garantieren höchste Methoden- (aber auch Datenschutz-)Kompetenz (hier nachzulesen: https://www.adm-ev.de). Weitere Methoden-Hinweise finden Sie am Ende der Studie.